Der Blick des sterbenden Schweines.... +pv

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Diesen Blick brauchte es wohl, um mich endlich wach zu rütteln.... :|

Es war Anfang der Woche, als wieder einmal ein Bericht im TV kam über die Massentierhaltung und deren Folgen.
Oft genug gesehen, für einem Moment Erschütterung empfunden, doch dann wieder - *schäm* - beiseite gepackt und dennoch Fleisch gegessen...

Diesmal war es anders.
Denn Erinnerungen kamen auf an einen wunderschönen Urlaub auf einem Bauernhof in der Heide.

Damals - Massentierhaltung war noch ein Fremdwort, ebenso gabs kaum Beeinträchtigungen durch sinnlose Medikation. Antibiotika wurden zu der Zeit auch kaum Menschen verabreicht, geschweige denn Tieren ohne Grund.

Auch die Schweine, die wir Gastkinder füttern und streicheln durften, hatten, obwohl natürlich auch Schlachttiere, ein schönes Leben: Einen großen Stall, einen Auslauf zum Suhlen und Sonne tanken, wurden gut gefüttert, aber nicht sinnlos gemästet und letztlich dann ohne Transportstress auf dem Hof schmerzlos gekeult.

Als ich nun diesen Bericht sah - zunächst wie immer als reine Information... -, war es besonders der Blick eines Schweines, der mich bis ins Mark traf.
Es lag inmitten toter und kranker Artgenossen, aber dieser Blick - bewegen konnte es sich kaum mehr, es lag eindeutig im Sterben - , direkt in die Kamera gerichtet, schrie nach Hilfe, doch nach einer Hilfe, die nicht kam....

Es war grausam, aber ich möchte diesen Blick dennoch niemals mehr vergessen. Denn es war dieser Blick, der mich endlich aus meiner Lethargie, selbst etwas zu ändern, wachrüttelte.

Bislang habe ich mich immer damit herausgeredet (vor mir selbst), ich allein würde sowieso nichts Grundlegendes ändern (was ja leider auch irgendwie stimmt), es wäre eine Sache der Politik, endlich tierfreundliche Gesetze zu schaffen, die dergleichen verhinderte (was irgendwie natürlich auch stimmt).

Nur entbindet mich selbst das nicht aus der Verantwortung, das Leid der Tiere nicht länger zu ignorieren.
Und es war der Blick dieses einen Schweines, der mir das bitter klar machte.

Noch am selben Abend wanderte das, was ich an Wurst im Haus hatte, in den Müll. Es jetzt noch aufzuessen wäre mir zum einem unmöglich gewesen, aber hätte mich auch zum anderen wieder in meine Ignoranz zurück geworfen.
Und alles wäre beim Alten geblieben - etwas, das viel zu lange mein Leben bestimmt hatte...

Nun habe ich ihn also getan, den ersten Schritt in eine Ernährung ohne Fleisch/ohne tierische Produkte.

Aber er geschieht mit Wut - denn es ist ein Schritt, den ich eigentlich nicht wollte, eigentlich nicht grundsätzlich bejahe - denn ich esse gern Fleisch und Wurst und bin bei angemessener Tierhaltung auch der Ansicht (immer noch), dass wir das auch dürfen und brauchen -, der aber der in der heutigen Zeit leider immer unumgänglicher wird.
Das sagte mir dieser Blick dieses sterbenden Schweines....

Dieser Schritt wird mir aufgezwungen, weil die Politiker, die als einzige an dieser untragbaren Situation GRUNDlegend etwas ändern könnten, seit Jahrzehnten diese zunehmende Qualzucht schlichtweg ignorieren

Und ich weiß auch, dass mein Verzicht und derer, die schon lange so denken und handeln, im Grunde NICHTS wirklich bewirken wird - trotz zunehmender Menge an Vegetariern und Veganern, trotz Orgs wie PETA und CO bleiben diese Berichte des Grauens und die Situationen für die Tiere unverändert.

Aber ich muss ihn trotzdem gehen - denn seit diesem Schweineblick kann ichs nimmer, kann keine Wurst mehr runterbringen und wills auch nicht mehr.
Nicht, solange sich nicht generell etwas an diesem Wahnsinn der Massentierhaltung und Ignoranz vor unseren Mitgeschöpfen ändert.

Nun bin ich also umgestiegen - ich weiß, es ist erst der erste Schritt, denn Veganer würden mir nun etwas anderes erzählen zu dem Verzehr anderer tierischer Produkte....
Aber ich kann mich nicht überfordern, dann schaffe ichs nicht, diesen Weg zu gehen, der immerhin über 60 Jahre ja für mich Normalität war.

Und so ist es erst einmal der Schritt in eine Ernährung ohne Fleisch - mein Kühlschrank enthält nun Produkte wie Humus und Co, was mir bislang völlig fremd war (aber erstaunlich gut schmeckt).

Wichtig ist für mich jetzt erstmal, dass ich, um nicht wieder schwach zu werden, ihn niemals vergessen werde, diesen Blick des sterbenden Schweines....

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